Madeira – Tipps & persönliche Erfahrungen von der Blumeninsel
Madeira ist eine Insel voller Kontraste: steile Klippen, üppige Wälder, spektakuläre Wanderwege und kleine Küstendörfer prägen die Landschaft. Gleichzeitig ist die Insel relativ klein und lässt sich in wenigen Tagen gut erkunden – vorausgesetzt, man ist mobil. In diesem Beitrag findest du zuerst Fakten und Tipps für deine Reise nach Madeira, danach teile ich meine persönlichen Erfahrungen von einer 6-tägigen Reise im Oktober 2025.
Fakten über Madeira

Lage und Einwohner
Madeira ist eine portugiesische Inselgruppe im Atlantik, etwa 1000 Kilometer südwestlich von Portugal und rund 600 Kilometer von der Küste Marokkos entfernt.
Auf der Hauptinsel Madeira leben ungefähr 250.000 Einwohner, ein großer Teil davon in und um die Hauptstadt Funchal.
Sprache
Die offizielle Sprache ist Portugiesisch, in touristischen Gebieten wird jedoch fast überall Englisch gesprochen.
Währung
Da Madeira zu Portugal gehört, wird hier mit dem Euro (€) bezahlt.
Geschichte
Madeira wurde vermutlich bereits im 14. Jahrhundert von portugiesischen Seefahrern entdeckt und entwickelte sich schnell zu einem wichtigen Handelspunkt im Atlantik.
Besonders bekannt wurde die Insel durch:
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Zuckerrohrplantagen im 15. Jahrhundert
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später durch den Weinanbau, insbesondere den berühmten Madeirawein
Heute lebt die Insel stark vom Tourismus, aber auch Landwirtschaft und Weinproduktion spielen weiterhin eine große Rolle.
Berühmte Persönlichkeiten
Die bekannteste Persönlichkeit der Insel ist zweifellos:
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Cristiano Ronaldo – der weltberühmte Fußballspieler wurde in Funchal geboren. In der Stadt gibt es sogar ein eigenes Museum und eine Statue zu seinen Ehren.
Sehenswürdigkeiten
Madeira ist vor allem für seine Natur bekannt. Zu den beliebtesten Highlights gehören:
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Funchal – die lebendige Hauptstadt der Insel
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Pico do Arieiro – einer der höchsten Berge der Insel
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Cabo Girão – eine der höchsten Klippen Europas
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Porto Moniz – bekannt für seine natürlichen Lavapools
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Laurisilva Forest – ein UNESCO-geschützter Lorbeerwald
Vor allem die zahlreichen Wanderwege entlang der Levadas (Bewässerungskanäle) machen Madeira zu einem Paradies für Outdoor-Fans.
Tipps & Tricks für deine Madeira Reise
1. Mietwagen ist fast unverzichtbar
Ein Mietwagen ist auf Madeira extrem wichtig, wenn du die Insel wirklich sehen möchtest. Viele der schönsten Orte sind nur schwer mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
Die Straßen sind gut ausgebaut, können aber teilweise sehr steil und kurvig sein.
2. Vorsicht bei Tieren auf der Straße
Gerade in ländlichen Gegenden können Kühe oder Kuhfladen auf der Straße liegen. Fahre deshalb vorsichtig und besonders aufmerksam.
3. Das Wetter unterschätzen viele
Das Wetter kann sich auf Madeira extrem schnell ändern.
Es kann sein, dass es in Funchal sonnig und warm is und nur 30 Minuten später in den Bergen Regen, Nebel und Kälte herrschen.
Packe unbedingt:
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Regenjacke
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warme Kleidung
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feste Schuhe
4. Gute Schuhe für Wanderungen
Viele Wege sind zwar gut ausgebaut, dennoch empfehle ich Bergschuhe oder zumindest feste Turnschuhe.
5. Nicht nur die Instagram-Spots besuchen
Viele der bekannten Fotospots sind inzwischen sehr überlaufen.
Orte wie:
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Seixal Beach
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27 Fontes
sind zwar schön, aber häufig voller Touristen. Oft findest du auf weniger bekannten Wegen genauso beeindruckende Landschaften.
6. Funchal ist stark touristisch
Die Hauptstadt ist schön, aber auch stark vom Kreuzfahrttourismus geprägt.
Mein Tipp:
Verbringe nicht zu viel Zeit dort und erkunde lieber die Natur der Insel.
7. Essen auf Madeira
Unbedingt probieren solltest du:
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Bolo do Caco (typisches Knoblauchbrot)
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frische Meeresfrüchte & Lapas (Napfschnecken)
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Oktopusgerichte & Lapas (Napfschnecken)
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den lokalen Madeirawein
- Pastel de Nata
Meine persönlichen Erfahrungen auf Madeira (Oktober 2025)
Im Oktober 2025 war ich gemeinsam mit meiner Schwester für sechs Nächte auf Madeira.
Da unser Flug früh morgens ging und wir aus verschiedenen Richtungen angereist sind, haben wir die erste Nacht in München verbracht.
Der Flughafen von Madeira hat einen gewissen Ruf – vor allem wegen seiner relativ kurzen Landebahn. Wir hatten davor ein wenig Respekt, aber die Landung verlief völlig problemlos.
Nach der Ankunft haben wir direkt unseren Mietwagen abgeholt, was für Madeira wirklich eine der besten Entscheidungen war.
Funchal – unsere ersten Tage
Die ersten drei Nächte verbrachten wir in Funchal.
Als Dorfmensch fand ich das Autofahren dort zunächst etwas stressig:
Viele Baustellen, enge Parkplätze und teilweise sehr steile Straßen.
Trotzdem hat am Ende alles problemlos funktioniert.
Am ersten Abend sind wir einfach nur etwas durch die Stadt spaziert und essen gegangen. Besonders empfehlen kann ich Napfschneckn & Oktopus-Carpaccio. Das bekommt man gerade in Funchal eigentlich überall und gehört zu meinen absoluten Lieblingsgerichten auf der Insel.
Wanderung PR1 – Stairway to Heaven
Am nächsten Tag sind wir zum berühmten PR1 Wanderweg gefahren.
Obwohl es leicht geregnet hat, war die Strecke gut zu fahren – viele Videos im Internet übertreiben hier hinsichtlich der Straßenverhältnisse meiner Meinung nach etwas.
Der Trail ist gut ausgebaut, trotzdem sollte man mindestens Turnschuhe tragen.
Der Weg führt über viele Stufen bergauf und bergab bis zum berühmten Fotospot:
„Stairway to Heaven“
Bei unserem Besuch war der weitere Weg danach leider gesperrt.
Die Wanderung dauerte etwa 1,5 Stunden.
Seilbahn und Aussichtspunkte
Am nächsten Tag haben wir unsere Beine vom Wandern etwas geschont.
Wir sind mit der Seilbahn nach Monte gefahren und anschließend mit dem berühmten Korbschlitten wieder hinunter. Kostenpunkt hier waren ca. 25 Euro pro Erwachsenen. Meine Schwester und ich waren hier als Kinder schon einmal und hatten das daher richtig spektakulär in Erinnerung, es war ca 16 Jahre später jetzt nicht mehr so extrem aber ich finde, es ist eine Erfahrung, die es wirklich wert ist.
Nach der Korbschlittenfahrt landet man relativ abgelegen im Wohngebiet bei einem Parkplatz, wo man Fotos von der Fahrt oder ein teures Taxi zurück in die Stadt erwerben kann. Mit kleinen Kindern ist das bestimmt sinnvoll, ich glaube als wir das als Kinder mit unseren Eltern gemacht haben, hatten wir so ein Paket, das dann auch den Transport zurück in die Stadt beinhaltet. WIr sind aber die ca. 20 Minuten Fußweg gelaufen, man geht vor allem durchs wohngebiet und teilweile recht steil bergab, sollte also gut zu Fuß sein.
Später sind wir noch zum Cabo Girão Skywalk gefahren.
Meine ehrliche Meinung: Das kann man sich sparen.
Man zahlt Eintritt für eine Glasplattform und Touristenshops – ähnliche Aussichten bekommt man auf der Insel an vielen Orten kostenlos.
Sehr schön fanden wir dagegen den Aussichtspunkt Miradouro Eira do Serrado, von dem man weit ins Inland und teilweise bis zum Meer schauen kann. Dieser ist weiter weg von der Küste und nur mit dem Mietwagen oder Taxi erreichbar, dafür jedoch kostenfrei und vor Ort gibt es bei Bedarf ein Restaurant und Souvenirshops.
Küstenwanderung PR8
Eine weitere Wanderung haben wir auf dem PR8 Trail gemacht.
Der Weg beginnt relativ entspannt und führt entlang der Küste. Ein kleiner Umweg zum Meer lohnt sich auf jeden Fall.
Kurz vor dem Ende kamen wir an einen offiziell gesperrten Abschnitt. Viele Wanderer gingen trotzdem weiter – der Weg war allerdings wirklich rutschig und nur für trittsichere Wanderer geeignet.
Die Aussicht am Ende auf die Halbinsel und den Leuchtturm war dafür spektakulär.
Wanderung PR6 – 25 Fontes
Auf dem Weg zu unserer zweiten Unterkunft im Norden wollten wir noch eine längere Wanderung machen.
Wir entschieden uns für den PR6 Trail bei den 25 Fontes.
Wir starteten jedoch nicht direkt bei den bekannten Wasserfällen, sondern liefen zuerst andere Abschnitte des Trails.
Im Nachhinein waren wir darüber wirklich froh.
Die Wanderung dauerte etwa 5 Stunden, aber besonders die Abschnitte PR6.1 und PR6.3 mit ihren Wasserfällen waren wunderschön.
Der berühmte 25 Fontes Spot selbst war dagegen eher enttäuschend – und leider auch ziemlich vermüllt.
Bitte nehmt euren Müll wieder mit, wenn ihr in der Natur unterwegs seid.
Unser Aufenthalt im Norden
Unsere zweite Unterkunft lag bei Ribeira da Janela im Norden der Insel.
Von dort aus hatten wir einen tollen Blick auf die berühmten Felsenformationen beim Miradouro Ilhéus da Ribeira da Janela.
Im kleinen Dorf selbst passiert allerdings nicht viel – perfekt, wenn man Ruhe sucht.
Wir haben außerdem noch besucht:
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Porto Moniz mit seinen Lavapools
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Seixal Black Sand Beach
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den berühmten Lorbeerwald
Der Strand in Seixal ist wunderschön, aber auch sehr überlaufen.
Letzter Abend
Am letzten Abend waren wir noch in Santana, um die berühmten traditionellen Häuser zu sehen. Ganz nett – aber kein absolutes Muss.
In Seixal haben wir dafür noch einmal richtig gut gegessen.
Unser Highlight war wieder einmal:
Bolo do Caco – das traditionelle Knoblauchbrot, das man eigentlich überall auf Madeira bekommt.
Fazit
Madeira ist eine unglaublich vielseitige Insel:
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spektakuläre Landschaften
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tolle Wanderwege
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gutes Essen
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freundliche Menschen
Wenn du Madeira besuchst, empfehle ich dir:
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einen Mietwagen zu nehmen
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nicht nur die bekannten Fotospots anzusehen
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genügend Zeit für Wanderungen in der Natur einzuplanen
Mit realistischen Erwartungen wirst du feststellen, dass Madeira eine der schönsten Inseln Europas ist.

