Budapest – Geschichte, Eindrücke und 10 Tipps für deine Städtereise
Budapest gehört für viele zu den schönsten Städten Europas. Die ungarische Hauptstadt verbindet beeindruckende Architektur, spannende Geschichte, lebendige Kultur und vergleichsweise günstige Preise. In diesem Beitrag teile ich einige historische Hintergründe, unsere persönliche Reiseerfahrung und 10 praktische Tipps für deine Städtereise nach Budapest.
Wissenswertes über Budapest
Historischer Hintergrund
Budapest entstand offiziell erst 1873, als sich die Städte Buda, Pest und Óbuda zusammenschlossen. Die Stadt entwickelte sich danach rasant zu einer der bedeutendsten Metropolen der damaligen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn.
Die Geschichte der Region reicht jedoch viel weiter zurück: Bereits die Römer gründeten hier eine Siedlung namens Aquincum. Später wurde das Gebiet von verschiedenen Völkern geprägt, bevor sich im Mittelalter das Königreich Ungarn etablierte.
Während des Zweiten Weltkriegs erlitt Budapest schwere Zerstörungen. Besonders die Schlacht um Budapest 1944/45 hinterließ große Schäden, viele historische Gebäude wurden danach jedoch sorgfältig restauriert.
Woher kommt der Name Budapest?
Der heutige Name setzt sich aus den beiden ursprünglichen Städten zusammen:
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Buda – die hügelige Seite westlich der Donau
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Pest – die flachere Seite östlich des Flusses
Heute ist Budapest eine der größten Städte Mitteleuropas.
Einwohnerzahl
Budapest hat etwa 1,7 Millionen Einwohner. Damit lebt ungefähr jeder sechste Mensch Ungarns in der Hauptstadt.
Wo befindet sich das Stadtzentrum?
Das touristische Zentrum liegt hauptsächlich auf der Pest-Seite, besonders in den Bezirken:
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District V (Belváros / Innenstadt)
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District VII (Erzsébetváros)
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District VI (Terézváros)
Hier befinden sich viele Sehenswürdigkeiten, Restaurants und Bars.
Wo übernachten?
Am sichersten und zentralsten:
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District V (Innenstadt)
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District VI und VII (lebendig, viele Restaurants und Bars)
Etwas günstiger:
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District VIII (Palastviertel wird immer beliebter)
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District IX
Wir selbst haben im Palastviertel nahe der Metrostation Astoria übernachtet und waren sehr zufrieden – zentral, gut angebunden und deutlich günstiger als die Innenstadt.
Währung
In Ungarn zahlt man mit dem Ungarischen Forint (HUF).
Kartenzahlung ist fast überall möglich.
Nationalfeiertag
Der wichtigste Nationalfeiertag Ungarns ist der 20. August.
Er erinnert an den Staatsgründer König Stephan I. und wird mit großen Feierlichkeiten, Konzerten und einem spektakulären Feuerwerk gefeiert.
Unser Aufenthalt in Budapest


Wir waren 2024 über den Nationalfeiertag in Budapest – allerdings ohne zu wissen, dass dieser genau in unsere Reisezeit fällt.
Schon einige Tage vorher fanden entlang der Donau große Veranstaltungen statt:
Foodstände, Konzerte, Bühnenprogramme und viele Feierlichkeiten sorgten für eine unglaubliche Atmosphäre.
Das große Feuerwerk
Der Höhepunkt ist das Nationalfeuerwerk am Abend des 20. August.
Als wir davon gehört haben, dachten wir zuerst:
„Okay, ein Feuerwerk eben.“
Doch schon auf dem Weg zur Donau merkten wir schnell, dass das hier eine ganz andere Dimension hat. Die Menschenmassen waren enorm und man kam teilweise kaum vorwärts.
Weil sich das Feuerwerk aufgrund des Wetters verzögerte, waren wir kurz davor, zurück zu unserem Airbnb im Palastviertel nahe der Metrostation Astoria zu gehen.
Zum Glück sind wir geblieben.
Das Feuerwerk – kombiniert mit einer Drohnenshow und Musik – war wirklich atemberaubend und gehört definitiv zu den beeindruckendsten, die wir je gesehen haben.
Günstiges Streetfood am Feiertag
Während der Feierlichkeiten waren entlang der Donau viele Streetfoodstände aufgebaut.
Das Beste:
Die Getränkepreise waren während des Feiertags sogar gedeckelt – Bier und andere Getränke durften nicht mehr als etwa 3 € kosten.
So konnten wir uns problemlos durch viele ungarische Spezialitäten probieren, zum Beispiel:
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Gulaschsuppe
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Langos
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töltött káposzta (gefüllter Kohl)
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Baumstriezel (Kürtőskalács)
Tag 1 – Buda und Pest zu Fuß
Am ersten Tag haben wir Budapest komplett zu Fuß erkundet.
Wir sind kilometerweit durch Buda und Pest gelaufen, haben uns unter anderem die Aussicht von der Zitadelle angesehen und das beeindruckende Parlamentsgebäude von außen bewundert.
Es war unglaublich heiß und am Ende des Tages waren wir wirklich erschöpft – aber es hat sich absolut gelohnt.
Tag 2 – Entspannter auf der Donau
Am zweiten Tag waren wir deutlich weniger zu Fuß unterwegs und haben uns abends eine Bootstour auf der Donau mit Cocktail gegönnt.
Diese konnte man spontan vor Ort zu einem guten Preis buchen.
Vom Wasser aus bekommt man noch einmal eine ganz andere Perspektive auf die Stadt.
Viele Anbieter verkaufen Pakete mit:
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All-you-can-drink Sekt
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Cocktailpaketen
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Dinner an Bord
Ob sich diese wirklich lohnen, wage ich zu bezweifeln.
Die Bootstour selbst kann ich aber auf jeden Fall empfehlen. Schlussendlich muss jeder für sich entscheiden, ob ihm es das wert ist.
Tag 3 – Pferderennen im Kincsem Park
Am dritten Tag haben wir etwas eher Ungewöhnliches gemacht:
Wir sind zum Pferderennen im Kincsem Park gefahren.
Der Park ist mit der Metro super erreichbar, der Eintritt war kostenlos und man konnte sogar Wetten platzieren.
Mein Partner ist ein großer Pferdefan, wir hatten aber beide noch nie ein Rennen live gesehen – deshalb war es eine spannende Erfahrung.
Abends hätten noch Windhundrennen stattgefunden, aber wir sind zurück in die Stadt gefahren, weil dort die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag stattfanden.
10 Tipps für deine Städtereise nach Budapest
1. Parlamentsgebäude unbedingt vorher buchen
Das Parlamentsgebäude soll auch von innen unglaublich beeindruckend sein.
Tickets sind jedoch oft mehrere Tage oder Wochen im Voraus ausverkauft.
Wir haben leider keine Tickets mehr bekommen – deshalb unbedingt früh buchen.
2. Aussicht von Fischerbastei und Zitadelle
Die Fischerbastei und auch die Zitadelle bieten wunderschöne Ausblicke über die Stadt und sind größtenteils kostenlos zugänglich.
3. Kultur im Burgpalast entdecken
Im Burgpalast befinden sich mehrere Museen, darunter auch die Nationalgalerie.
Für Kulturinteressierte lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall.
4. Matthiaskirche besichtigen
Die Matthiaskirche beeindruckt sowohl von außen mit ihrem bunten Dach als auch im Inneren.
5. Kettenbrücke nachts besuchen
Abends ist die Brücke wunderschön beleuchtet.
Wir haben sie mehrfach zu Fuß überquert und von dort auch das Feuerwerk beobachtet.
6. Donau-Bootstour machen
Eine Bootstour auf der Donau bietet einen besonders entspannten Blick auf die Stadt – vor allem bei Sonnenuntergang oder nachts.
7. Thermalbäder mit Vorsicht genießen
Budapest ist berühmt für seine Thermalbäder.
Allerdings haben uns sowohl Locals als auch unser Host davon abgeraten, da viele Bäder wohl recht alt und teilweise unsauber sein sollen.
Wir haben darauf verzichtet und es nicht bereut.
8. Große Markthalle besuchen
Es ist immer interessant zu sehen, welche Produkte und Spezialitäten es in anderen Ländern gibt.
Kulinarisch hat uns die Markthalle allerdings nicht komplett überzeugt – vermutlich auch, weil wir während unseres Aufenthalts so viele Streetfoodstände am Donauufer hatten.
9. Schuhe am Donauufer ansehen
Dieses Denkmal erinnert an die Opfer des Holocaust.
Es ist ein sehr bewegender Ort, und ich empfehle, sich auch mit der Geschichte dahinter zu beschäftigen.
10. Budapest zu Fuß entdecken
Viele Sehenswürdigkeiten liegen relativ nah beieinander.
Auch wenn es anstrengend sein kann – besonders bei Hitze – lohnt es sich, die Stadt zu Fuß zu erkunden.
Fazit
Budapest hat uns mit seiner beeindruckenden Architektur, der spannenden Geschichte und der freundlichen Atmosphäre wirklich begeistert.
Wer gerne fotografiert, sich für Kultur und Geschichte interessiert oder einfach lebendige Städte mag, sollte Budapest unbedingt einmal besuchen.
Ein wichtiger Punkt ist allerdings auch:
Aufgrund der politischen Situation in Ungarn (Stand 2024) sind die Rechte von LGBTQ+-Menschen teilweise eingeschränkt. In touristischen Vierteln haben wir davon zwar wenig bemerkt, aber außerhalb der typischen Reisegebiete sollte man sich vorher informieren.

